Profitipp aus der Texterei / Nr.1: Die Zeit umdrehen - vom Ergebnis her schreiben

10 März 2016

Heute drehen wir beim Schreiben die Zeit um: Man stellt sich dabei intensiv vor, dass der gewünschte Text schon vorliegt. Ja! Er ist schon fertig! Und jetzt sehen wir emotional, wie dieser Text genau das liefert, was wir und die lieben Kollegen davon erwarten.

Schalten Sie das Schreibprogramm an, und stellen Sie sich dabei das ausgedruckt Manuskript vor, das gleich vor Ihnen liegt und überall durchschlagende Wirkung erzielt. Und nicht zuletzt, wie dies jetzt schon Ihre Stimmung positiv beeinflusst.

Mit diesem guten Gefühl beginnen Sie zu schreiben und enthüllen so einfach den bereits vorliegenden Text …

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meiner Seite für professionelle Textangebote.

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Magischer Pfälzer Wald

16 Februar 2016

Der Pfälzer Wald gilt als Altherren-Rückzugsort. Das stimmt. Aber es stimmt auch, dass diese Region ein ganz und gar magisches Waldgebiet ist, Deutschlands größtes zusammenhängendes Waldstück an der Grenze zu Frankreich, voller roter Sandsteinklippen, die Eine gewaltiger als die Nächste.
Und die Ruhe! Und die Luft!

Watch the sun now rise in December over Dahn:
Sonnenaufgang im Dezember, Pfälzer Wald bei Dahn

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Jean Granier über Lehrer

21 November 2015

In der Print-NZZ vom 10. November bespricht Raoul Schrott das Buch “Die Inseln und andere Texte” von Jean Granier. Der Rezensent ist begeistert vom Buch und bringt ein wunderbares Zitat:

“Wir brauchten subtilere Lehrer, einen Menschen etwa, der an anderen Ufern geboren worden ist, ebenfalls das Licht und die Herrlichkeit der Körper liebte, aber kam, um uns zu sagen, dass die Erscheinungen der Natur schön, doch vergänglich sind und man sie deshalb hoffnungslos lieben muss.”

#bhuddasgoodforyou

Jean Granier
Die Inseln und andere Texte. Mit einem Vorwort von Albert Camus.
Hrsg. und übersetzt von Jean G. Ohlenburg und Maguy Ohlenbourg-Boyer.
Karl Alber Verlag, Freiburg i.Br. 2015
ISBN 9783495487297
Kartoniert, 190 Seiten, 24,00 EUR

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Segelinformationen für Europa

30 Oktober 2015

Geniale Online-Übersicht vo Wind, Wetter, Wellenhöhe etc. aus einer Liste von Jamie Knox, sympathischer Betreiber einer Windsurfing-Schule auf den Maharees, Co. Kerry, Westirland.

Hier gibt es die Übersicht von Jamie (seine Wetterseite ist hier zu finden), nur sind die Links in deutsch und ohne Grafik-Support.

Wetterentwicklung Luftdruck, Vorhersage – England, Europa – englisch weathercharts.org/ukmomslp.htm
Windstärke und -richtung In ganz Europa auswählen – deutsch www.windguru.cz
Tidentabellen Höhe und Zeiten für jeden europäischen Hafen – englisch www.ukho.gov.uk/easytide/EasyTide/SelectPort.aspx
Wellendynamik im Atlantik dynamische Anzeige (Vorschau) skalierbar in Größe und Geschwindigkeit Wellenhöhe und Geschwindigkeit auf dem Atlantik- (Angebot des Amerikanischen Wetterdienstes)
Bojen und Stationen Bojen auf Gewässern und Küstengebieten – englisch – Hier ausgewählt: England www.ndbc.noaa.gov/maps/United_Kingdom.shtml

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Vimeo Awards - was sieht man des Nachts?

27 Januar 2013

Vimeo Film-Awards.
Die Shortlist und dabei die Animations-Sparte: http://vimeo.com/awards/shortlist/animation
Address Is Approximate” by The Theory Ein Robo-Maskottchen geht im Büro auf Reisen, großes Kino mit Google Streetview – http://vimeo.com/32397612

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wiwi-treff.de bietet gute info für lau

25 November 2012

gute skripte für jeden frei, von wiwi-treff.de
Wirklich wunderbar übersichtliche drei Skripte zur Deutschen Wirtschaftsgeschichte von 1850 bis 2005, echte Schätzchen.
/www.wiwi-treff.de/home/
Und darunter ein Drehmenü, das weitere 50 Skripte vorrätig hat:

         

Alle Links sind in Javascript und damit zurecht nur auf der Webseite verfügbar.
Mesdames & Monsieurs prend des economiques – Chapeau!

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Gadamer, etwa zur Patientenverfügung

11 November 2012

In seiner 1980 gehaltenen Rede “Lob der Theorie”“ stellt Hans-Georg Gadamer zunächst fest, dass Lobreden einer aussterbenden Gattung angehören. Dennoch möchte er eine solche versuchen, und zwar auf die Theorie. Dabei gilt als Theorie, beginnend bei den Griechen der ideale gedankliche Entwurf. Dieser wird vor allem zunächst auf den Staat angewendet, später gilt der Begriff jedem Idealbild einer bestimmten Späre: Theorie der Öffentlichkeit, Theorie der Wissenschaft, der Gebäudesanierung, des Lebens etc.
Gadamer stellt nach einem Durchflug durch den europäischen Philosophie-Diskurs fest, dass spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts der “Fortschritt” die Leitungsrolle im öffentlichen Gespräch und Wertschätzung führt. Diesem Fortschritt durch Technik und Wissen folgt die Philosophie als “Einordner” von Effekten und Ergebnissen. Dementsprechend ist die “Theorie” als gedanklich-philosophischer Entwurf zum Diener des praktisch-technischen Fortschritts verkümmert.

Doch dieser Fortschritt hat, und hier wird es für jeden von uns interessant, nach Gadamer klare Unzulänglichkeiten:
Es gibt aber darüber hinaus eine weit grundsätzlichere Begrenzung der Möglichkeiten moderner Wissenschaft. Sie liegt überall dort vor, wo Objektivierung und methodische Vergegenständlichung eine grundsätzlich unangemessene Zugangsweise darstellen. Von dieser Art ist vieles, was uns im Leben begegnet, und einiges, was gerade darin seine einzigartige Bedeutung besitzt.

Ich finde das ist ein brillianter Gedanke: Die Wissenschaft muss die Tatsache zugeben dass die von ihr geschaffenen Zugänge ethisch und moralisch vollkommen offen sind. Und wer bespricht und verantwortet die mit schöner Regelmäßigkeit erscheinenden neuen Zugänge? Regierungskommissionen? Die Universitäten? Eine wie auch immer geartete Fachpresse? Die Tagespresse oder eine Beschwerdestelle?
Konkret:
Wer diskutiert wo über den Zugang von schießenden Drohnen in andere Länder? Oder die Speicherung von E-Mails in ungeahntem Umfang? Oder pränataler Diagnostik?

Philosophie lesen ist ein guter Anfang. Lest die Originaltexte und lasst euch von großen Namen nicht abschrecken. Auch Gadamer, Heidegger, Satre, Hegel, Hölderlin und Nietzsche und wie sie alle heißen, wollten vor allem gelesen sein.

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novemberregen

6 November 2012

kalt hart abweisend fällt der regen
auf der fahrt von michelbach nach remseck
wäscht das licht aus tag und wald
im auto über landstraßen, nachdenken:
hundertausend jahre novemberregen
aber erst achttausend jahre landwirtschaft
wer zieht da den kürzeren?

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"Die heilige Welt der Kelten" - Nigel Pennick bei Neue Erde

5 November 2012


Oh, es ist ein schönes Bilderbuch, das da von England aus kommend (Erstverlegt 1997 bei Harper Collins) Nigel Pennick zusammengestellt und satt bebildert hat.Der deutsche Titel lautet etwas langatmig: “Die Heilige Welt der Kelten – ein illustrierter Führer in die Welt Keltischer Spiritualität und Mythologie”. 2001 ist es bei Neue Erde herausgekommen, übersetzt von Christiane Schöniger. Im lesefreundlichen Quartformat, das aufgeschlagen ein gutes Tableau ergibt purzeln pralle vierfarbige Pfoddos von Seite zu Seite. Darunter sind wirkliche visuelle Highlights. Die zwei Rosstrensen auf Seite 51 und 52 etwa. Oder die immer wieder spektakulär eingepassten Landschaftsaufnahmen von Tumuli und Steinsetzungen.
Der Nachteil ist, dass Pennick ein Altmeister der englischen Geomantie und Mythologie ist (und verantwortlich für die Wiedergeburt der Geomantie in England mit seinem Klassiker The Ancient Science of Geomancy Ancient Science of Geomancy, aber nicht unbedingt ein Wissenschaftler. Was als Geschichtenerzähler kein Nachteil sein muss, aber ab und an hätte mehr belastbare Wissenschaft dem Buch gut getan.

So begreift Pennick praktisch die ganze walisisch-bretonisch-schottisch-irische Geschichte als “keltisch” und kann dementsprechend alles in den Bildertopf werfen, was diese Länder zu bieten haben: Eisenzeit, Bronzezeit, Mittelalter von 600-1600, dann Bilder der Neuzeit wie sich etwa die britische Mittelschicht um 1715 eine Druidenfeier in Stonehenge vorstellte. Danach Country-Art von 1984 “Rhiannon auf dem Pferd”. Alles was irgendwie stimmungsmäßig zusammenpasst ist mit drin. Das bringt Fülle, aber auch Beliebigkeit. Denn nun kann vom Autor vieles behauptet werden und mit dem Bildergedächtnis von 2700 Jahren Geschichte kann es auch illustriert wird. Ob es so gewesen ist – nun ja …
Von Seite zu Seite viel Wahres im Text, aber eben auch eine Tour de Force von Höcksken auf Stöcksken: von Fruchtbarkeitssymbol zu Oghamschrift, von Avebury (2.500 vor) bis leicht kitschigen Landschaftsdarstellungen englischer bewährter Aquarellisten (1.830 nach), dann Menschenopfer, dann Hirsch, dann Krieger. Und alles mit Bildern.

Wenn man fertig ist, fragt man sich was man da geistig gevespert hat. Nun gut, es wurde “Mythologie und Spiritualität” versprochen. Da die Kelten bedauerlicherweise bis etwa 800 auf die Schrift verzichten wissen wir darüber eigentlich fast nichts, wir betrachten einen leeren Bilderrahmen und mutmaßen von ihm auf das Bild. Und so finden sich hier eine Menge gut bebilderte Kelten-Ideen. Keinerlei Idee aber hat man, was man jetzt selbst hier in Mitteleuropa im Jahre 2012 damit machen sollte? Fazit: Zum Einstieg und zum drüberfliegen sicher nett, und auch schön durch die überreiche Bebilderung. Aber zu wenig belastbare Informationen und extrem viel “das war eben so, ich glaube es, jetzt sage ich es Dir – sind zusammen schon drei Beweise der Existenz”. Keltisch doppelbödig eben.

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“Die Heilige Welt der Kelten” [Gebundene Ausgabe] – Nigel Pennick 144 Seiten, durchgängig illustriert; Verlag: Neue Erde (2001)
EUR 29,95; ISBN-10: 3890604579; ISBN-13: 978-3890604572

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